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Jede Meldung auf der Meldestelle Gartenschläfer wird durch unser Team an Wissenschaftler*innen der Justus-Liebig-Universität Gießen geprüft. Damit können wir eine gleichbleibend hohe Qualität der Daten sicherstellen. Sie sind ein wichtiger Baustein, um dem Verschwinden des Gartenschläfers auf die Spur zu kommen.

Wenn Sie Ihre Sichtung auf der Meldestelle Gartenschläfer eintragen, erhalten Sie eine E-Mail, dass Ihre Meldung bei uns eingegangen ist. Unser Wissenschafts-Team versucht schnellstmöglich Ihre Meldung zu verifizieren.

Die Prüfung der Meldungen erfolgt anhand der SMEC-Kategorien („Small Mammal Evaluation Criteria“), die im Rahmen des Projekts eigens für das Monitoring kleiner Säugetiere entwickelt wurde. Zuvor standen den Wissenschaftler*innen nur ein Kriterienmodell zur Verfügung, das eigentlich für das Monitoring großer Beutegreifer wie Luchs und Wolf  entwickelt wurde. Nun können die Hinweise auf der Gartenschläfer-Meldestelle sowie alle weiteren erhobenen Daten hinsichtlich ihrer Aussagekraft und Überprüfbarkeit in sechs Kategorien eingeteilt werden:

Kategorie C1 – absolut eindeutig
In dieser Kategorie werden alle Meldungen eingeordnet, die durch Fakten oder Nachweise („hard facts“) eindeutig einen Gartenschläfer bestätigen. Dazu gehören Beobachtungen mit fotografischem oder Video-Beleg, Audioaufnahmen, tot aufgefundene Tiere, eingefangene (Jung-) Tiere, Telemetrieortungen und genetische Nachweise. Diese Nachweise werden nach der Prüfung als bestätigte Meldung auf der Karte abgebildet.

Deshalb ist es wichtig, möglichst auch Fotos, Videos oder Rufsequenzen ergänzend zu den Beobachtungen hochzuladen. Wir können damit in der Datenbank einen „harten Fakt“ hinterlegen, was unsere Erfassung auch im Nachgang überprüfbar macht.

Kategorie C2 – sehr wahrscheinlich
Die Meldung stammt von einem Experten/einer Expertin, dazu zählen auch Personen, die mit der Zeit mehrere bestätigte Gartenschläfer-Funde der C1-Kategorie gemeldet haben. Die Meldung kann jedoch nicht erneut überprüft werden. Sie ist nicht nachbestimmbar. Hinweise und auch Meldungen, z.B. Beobachtungen von Spuren, Rufen oder Sichtungen („soft facts – confirmed“) werden dennoch als bestätigt angenommen. Auch diese Nachweise werden als verifiziert auf der Karte abgebildet.

Kategorie C3 – nicht sicher
Nicht bestätigte Hinweise („soft facts – unconfirmed“) werden in diese Kategorie zugeordnet. Dazu zählen Ereignisse, die nicht überprüft werden können. Diese können „aus der Ferne“ von unserem Wissenschafts-Team nicht endgültig bestätigt werden und werden daher auf der Karte nicht angezeigt. Die Meldung bleibt jedoch in unserer Datenbank gespeichert und dient als Hinweis auf mögliche Gartenschläfer-Vorkommen.

C3a – vielversprechend: Die Meldung ist schlüssig und passt zu den Merkmalen und Lebensräumen der Gartenschläfer. Es werden Details und Charakteristika der Art beschrieben (z.B. Augenmaske für Gartenschläfer). Deshalb wird davon ausgegangen, dass die Art mit großer Wahrscheinlichkeit angetroffen wurde – dies ist jedoch nicht nachbestimmbar.

C3b – möglich: Die Meldung ist nicht typisch bzw. nicht eindeutig dem Gartenschläfer zuordenbar oder es liegen nicht ausreichend Informationen vor, um die Meldung einer anderen Kategorie zuzuordnen.

Kategorie C4 – Fehlmeldung
Die Meldung wird durch die Wissenschaftler*innen eindeutig nicht als Gartenschläfer identifiziert oder es hat sich ein Fehler eingeschlichen, zum Beispiel in der Angabe des Fundorts.

Kategorie C5 – verschlepptes Tier
Die Meldung ist als Gartenschläfer bestätigt, aber das Tier ist nicht durch natürliche Ausbreitung an den Fundort gelangt, sondern aus anderen Gründen passiv an den Fundort verbracht worden. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn der Fund außerhalb des Verbreitungsgebiets stattfand, wenn der Fundort kein geeigneter Lebensraum ist oder das Tier laut genetischem Nachweis einer anderen Gruppe angehört.

Kategorie C6 – keine Bewertung möglich
Es ist keine Einstufung in eine der anderen Kategorien möglich, etwa wenn die Datenlage ist zu gering ist, um eine Einordnung durchführen zu können.

Über die Einordnung Ihrer Meldung werden Sie erneut mit einer E-Mail informiert. Dann ist Ihre Meldung Teil unseres Datenschatzes zum Gartenschläfer! Sie tragen damit aktiv bei, die aktuelle Verbreitung des Gartenschläfers zu erfassen. Die Verbreitung ist Grundlage zur Beurteilung der tatsächlichen Gefährdungssituation. Der Vergleich zwischen aktueller und ursprünglicher Verbreitung liefert erste Hinweise auf die Entwicklung der Bestände und mögliche Ursachen für ihren Rückgang.

Achtung bei Totfunden
Ist es möglich, das Tier zu bergen? Unsere Tierärztin hat großes Interesse an solchen Funden. Mit einer Sektion wollen wir klären, woran die Gartenschläfer sterben. Wir sind daher dankbar für jeden geborgenen Fund, der idealerweise gut verpackt im Frost gelagert wird. Mit den Kolleginnen vom BUND organisieren wir dann einen Transport zu uns an die Uni. Bitte melden Sie sich unter gartenschlaefer@vetmed.uni-giessen.de.