Warum untersuchen wir Krankheiten und Todesursachen der Gartenschläfer?

Seit einigen Jahren wird die Bedeutung von Krankheiten als Ursache für den Rückgang bestimmter Tierarten in der Forschung stärker berücksichtigt. Bekannte Beispiele sind der Rückgang des Eichhörnchens in England, der auf ein Virus zurückzuführen ist, das von nicht-heimischen Grauhörnchen übertragen wird oder der Rückgang von Feuersalamandern in Westeuropa, die an einem eingeschleppten Hautpilz erkranken.

Nicht nur eingeschleppte Krankheitserreger, auch die genetische Verarmung kleiner und isolierter Populationen kann die Anfälligkeit mancher Tierarten und das Sterberisiko erhöhen.

Zudem können an toten Tieren wichtige Untersuchungen zur Biologie vorgenommen werden, die an lebenden Tieren nicht möglich sind.

Was wollen wir herausfinden?

Wir wollen den Ursachen des Verschwindens des Gartenschläfers auf die Spur kommen. Dafür gehen wir den Fragen nach:

  • Woran sterben Gartenschläfer?

  • An welchen Krankheiten leiden sie und welche Parasiten leben in und auf ihnen?
  • Haben diese Faktoren eine Bedeutung als mögliche Rückgangsursache?

Foto©Sven Büchner

Wie kommen wir an das Forschungsmaterial?

Immer wieder werden Gartenschläfer von Beutegreifern, wie dem Fuchs, einer Hauskatze oder einer Eule getötet. Manches Mal kommt es dann vor, dass diese Tiere nicht gefressen werden, sondern tot liegen bleiben oder von der Hauskatze nach Hause gebracht werden.

Auch sterben immer wieder Gartenschläfer in ungesicherten Regentonnen oder Kellerschächten. Solche Todesfallen sollten unbedingt entschärft werden.

Werden verletzte Gartenschläfer in einer Wildtierstation eingeliefert, kann diesen Tieren zudem nicht immer geholfen werden. Andere sterben dort aus noch ungeklärten Ursachen.

Diese toten Tiere können als Untersuchungsmaterial wichtige Informationen liefern.

Was passiert mit den toten Gartenschläfern?

Fachkundige Tierärzte werden jedes tote Tier eingehend unter die Lupe (und das Mikroskop) nehmen und eine umfassende pathologische Diagnostik durchführen.