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Je naturnaher ein Garten gestaltet ist, desto eher ist er auch für Gartenschläfer ein Paradies.

Einheimische Hecken, Wildblumenwiesen und Staudenbeete sind gedeckte Tafeln für die Schlafmaus. Dort findet der kleine Allesfresser sowohl Insekten, Würmer und Schnecken als auch Früchte, Samen und Knospen.

Ein alter Bestand von Obstbäumen, wie etwa auf Streuobstwiesen, ist besonders wertvoll. Dieser bietet den Gartenschläfern sowohl ausreichend Futter als auch Baumhöhlen, die als Versteck- oder Nistplätze genutzt werden. Willkommene Schlafplätze für die nachtaktiven Schlafmäuse bieten aber auch dichte Hecken, Steinhaufen oder Nistkästen.

Foto: Tom Wey
Hinweise auf den Gartenschläfer

Anhand einiger typischer Hinweise können Sie die Anwesenheit des Bilchs erkennen:

  • Geräusche im Frühling: Wenn die Gartenschläfer-Männchen um die Gunst der Weibchen buhlen, wird es auch schon mal recht laut. Ihr Quieken und Pfeifen und Murmeln ist dann die ganze Nacht hindurch zu hören. Hören Sie rein!
  • Fraßspuren im Obst: Da heimisches Obst ganz oben auf dem Speiseplan der Gartenschläfer steht, finden sich immer wieder typische Fraßspuren in Apfel & Co.
  • Zweitnutzer von Vogelnistkästen: Gartenschläfer brauchen geschützte Verstecke sowohl für die Ruhephase am Tage als auch für ihren Winterschlaf. Dafür nutzten sie auch bestehende Vogelnistkästen.

Wenn man Nistkästen im Winter reinigen möchte, sollte man deshalb unbedingt vorsichtig prüfen, ob nicht ein neuer Bewohner eingezogen ist.

Bilch-Nistkasten. Foto: Sven Büchner
Tipps für Gartenschläfer-freundliche Gärten
  • Erhalten oder schaffen Sie Versteckmöglichkeiten: Höhlenbäume, Wildsträucher und Steinhaufen sind wichtige Rückzugsorte für den nachtaktiven Gartenschläfer.
  • Helfen Sie, Lebensräume zu erhalten: Streuobstwiesen sind nicht nur für den Gartenschläfer ein kleines Paradies, auch für unzählige andere Tiere und Pflanzen sind sie wertvoller Lebensraum.
  • Stellen Sie spezielle Nistkästen bereit. Achtung: Sie müssen aus rauem, ungehobeltem Holz sein, damit es die Jungen im Frühjahr schaffen, aus dem Nistkasten herauszuklettern. Sie können jederzeit aufgehängt werden. Ideal sind ungestörte Plätze im Regenschatten. Für den Gartenschläfer reicht schon eine Höhe von 1,5 bis 2m – wichtig ist jedoch, dass Katzen und auch Waschbären nicht so leicht herankommen. Deshalb ist manche glatte Schuppenwand sogar besser geeignet als ein Obstbaum.
  • Verzichten Sie auf Pestizide und Rattengift in Gärten.
  • Decken Sie Ihre Regentonnen ab: Gartenschläfer haben ein ausgesprochenes Trinkbedürfnis. Kleine Wasserstellen sind ihnen sehr willkommen. Jedoch sind unbedeckte Regentonnen regelmäßig eine tödliche Falle.
Weitere Tipps für naturnahe Gärten:

Tierwelt trotz milden Winters unterstützen

Nistkästen nicht zu häufig reinigen

Gärten winterfest machen

Obstbaumarten für den Garten

Weitere Tipps folgen

Im Rahmen des Projekts werden wir aus unseren Forschungsergebnissen ein Konzept für Schutzmaßnahmen entwickeln. Diese werden weitere konkrete Tipps für den Umgang mit Gartenschläfern liefern.