• Deutsch
  • English

Kulturfolger Gartenschläfer  

Der Gartenschläfer ist ein echter Kulturfolger und bewohnt eine Vielzahl an Lebensräumen. Er lebt gerne in der Nähe des Menschen und profitiert als Allesfresser vom reichen Nahrungsangebot und den verschiedensten Unterschlupfmöglichkeiten, die er für seinen Winterschlaf oder die Jungenaufzucht nutzt. Manchmal werden die nachtaktiven Nager sogar zutraulich. Gleichzeitig sind sie als Kulturfolger aber auch einer Vielzahl von Gefahren, wie Rattengift, Pestiziden, Hauskatzen oder dem Straßenverkehr, ausgesetzt.

Gartenschläfer im Haus – was tun?

© Roy Gödel

Haben sich Gartenschläfer im Haus eingenistet, so macht sich das häufig durch nächtliches Gepolter unter dem Dach sowie Fraß- und Kotspuren bemerkbar.

Wenn Sie nicht möchten, dass die Tiere ins Haus gelangen, gibt es Maßnahmen zur Vorbeugung:

  • Entfernen Sie alle Äste, die direkt ans Haus ragen.
  • Verschließen Sie die Zugänge zum Haus, speziell im Dach (z.B. Lüftungsziegel, Traufbretter). Aber bitte erst, wenn Sie sicher sind, dass alle Tiere ausgezogen sind. Als Zeitraum für diese Maßnahme kommen die Monate November bis März infrage.
  • Verschließen Sie stets Küche, Speisekammer und Vorratslager, vor allem nachts.
  • Bringen Sie Fliegennetze vor den Fenstern an.
  • Schaffen Sie „Alternativangebote“ im Garten durch die Anbringung von Nistkästen für Bilche. Mehr Tipps für Gartenschläfer-freundliche Gärten finden Sie hier

Insbesondere bei Häusern am Waldrand und mit älterer Bausubstanz kann jedoch kaum verhindert werden, dass die Tiere ins Gebäude gelangen, denn sie zwängen sich durch die kleinsten Löcher.

Hilfe, die Gartenschläfer werden lästig!

In Situationen, in denen z.B. die Verunreinigung durch Gartenschläferkot und -urin extreme Ausmaße annimmt oder durch Nagen sensible Bereiche des Hauses (z.B. Isolierung, Stromkabel) betroffen sind, ist es manchmal nicht zu vermeiden, dass die Bilche ausziehen müssen.

Zunächst können Sie sanft versuchen, den Tieren den Keller oder Dachboden zu einem unbequemen Ort zu machen. Staubsaugen, Aufräumen, Wischen mit etwas Essigessenz im Wischwasser – das mögen Gartenschläfer gar nicht. Auch stark riechende Substanzen wie ätherische Öle und Weihrauch werden gemieden.

Die Bilche müssen ausziehen – was muss ich beachten?  

In seltenen Fällen, in denen sich die Tiere mit den genannten Mitteln nicht zum Verlassen ihrer Rückzugsorte überreden lassen, versuchen Sie bitte nicht, die Tiere selbst zu fangen. Kontaktieren Sie bitte zuerst die zuständige Untere Naturschutzbehörde oder das Umweltamt Ihrer kreisfreien Stadt. Das Fangen von besonders geschützten Arten bedarf einer Genehmigung und sollte nur durch geschultes Fachpersonal durchgeführt werden. Dieses kann dann auch prüfen, wo Eingänge zum Gebäude sein könnten, damit diese verschlossen werden können. Nur so ist gewährleistet, dass die Bilche nicht mehr ins Haus gelangen.

Bitte streuen Sie kein Rattengift, Schneckenkorn oder andere giftige Substanzen aus! Wenn eine Rattenbekämpfung unbedingt nötig ist, dann sollte diese wenn möglich erst ab November durchgeführt werden, wenn die Bilche im Winterschlaf sind.