Europa

Ursprünglich reichten die Vorkommen des Gartenschläfers von der Atlantikküste Portugals und Frankreichs bis zum südlichen Ural in Russland sowie Finnland bis Südspanien und Sizilien. Heute muss davon ausgegangen werden, dass sich das Verbreitungsgebiet in den letzten 30 Jahren um mehr als 50 Prozent verkleinert hat.

Der Gartenschläfer ist wohl das am stärksten im Bestand
zurückgegangene Nagetier in Europa.

Deutschland

Mehr als 10 Prozent des weltweiten Verbreitungsgebietes des Gartenschläfers liegt in Deutschland. Ursprünglich kam er in den meisten Bundesländern bis auf Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg vor. Inzwischen ist der Gartenschläfer jedoch seltener geworden. Für das Bundesland Sachsen ist sein Rückgang gut dokumentiert. Mitte des 19. Jahrhunderts kam der bunte Bilch noch bis in die Tieflagen im Osten dieses Bundeslandes vor. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts war er dann nur noch in den Hochlagen im Süden Sachsens verbreitet. Nach und nach verschwanden die Vorkommen an den Rändern und der letzte Gartenschläfer wurde in der Sächsischen Schweiz im Jahr 2006 beobachtet. Trotz intensiver Suche konnten seither keine Gartenschläfer in Sachsen mehr gefunden werden.

Über die aktuelle Verbreitung des Gartenschläfers in den übrigen Bundesländern ist wenig bekannt. Der aktuelle Kenntnisstand wurde 2012 letztmals zusammengetragen und zeigt eine lückenhafte Verbreitung in der Mitte und im Südosten und größere Verbreitungsgebiete im Südwesten Deutschlands (siehe Karte).

Karte: Meinig & Büchner 2012; Aktueller Kenntnisstand zur Verbreitung des Gartenschläfers (schwarze Flächen) in Deutschland auf Grundlage von Daten aus 2007-2012.

Wie es um die Verbreitung des Gartenschläfers aber tatsächlich bestellt ist, weiß niemand ganz genau. Daher ist das Projekt Spurensuche Gartenschläfer dringend auf aktuelle Beobachtungen und Nachweise angewiesen.

Lebensräume des Gartenschläfer

Meldestelle Gartenschläfer